29. November 2012

Familienrechtlicher Mythos 5 – Ist die Online-Scheidung günstiger und schneller?

Gibt man bei Google den Begriff „Scheidung“ ein, erscheinen unzählige Anzeigen für sogenannte „Online-Scheidungen“. Ich persönlich finde bereits den Begriff etwas ärgerlich, da irreführend, suggeriert er schließlich, dass die Scheidung „online“ durchgeführt werden könne, was tatsächlich nicht der Fall ist.

Was sind also diese Online-Scheidungen? Wo liegen die Vorteile, wenn es denn welche gibt? Weiterlesen

14. November 2012

Mythen des Familienrechts 4 – Eheannullierung

Kann man eine Ehe einfach so annullieren lassen?

Man kennt das aus zahlreichen Hollywood-Filmen: nach einer feuchtfröhlich durchfeierten Nacht in Las Vegas wacht ein bis dahin bestenfalls oberflächlich befreundetes Paar in einem Hotelzimmer mit massiven Erinnerungslücken und als frisch verheiratetes Ehepaar wieder auf. Aber alles halb so schlimm, denn schließlich kann man so eine Eheschließung ja einfach annullieren lassen. Richtig?

Nun ja. Deutschland ist nicht Hollywood und schon allein in Ermangelung Las-Vegas-ähnlicher Eheschließungsmöglichkeiten dürften sich solche Szenen hierzulande eher selten abspielen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Ehepartner schon kurz nach der Heirat feststellen, dass die Eheschließung ein Fehler war und sie sie daher möglichst unkompliziert wieder beenden möchten. Für eine Scheidung muss jedoch das Trennungsjahr eingehalten werden und so stellt sich dem einen oder anderen die Frage, ob man die Ehe nicht einfach annullieren kann.  Weiterlesen

7. November 2012

Die Interessenkollision im Unterhaltsrecht

Wann liegen widerstreitende Interessen im familienrechtlichen Verfahren vor, die für den Anwalt kritisch werden können?

Jeder Familienrechtler hat schon einmal mit dieser Art der Interessenkollision zu tun gehabt: der eigene Mandant macht Ansprüche im Rahmen eines Scheidungsverfahrens gegen den Ehegatten geltend, während auch das volljährige Kind Kindesunterhalt vom anderen Elternteil fordert. Die Situation ist eigentlich jedem von uns klar: man kann nicht das volljährige Kind und einen Elternteil gleichzeitig vertreten, da das volljährige Kind einen Unterhaltsanspruch gegen beide Elternteile hat.

Nun hat der BGH eine interessante Entscheidung mit einem großen „JA, ABER“ getroffen. Weiterlesen