Familienrechtlicher Mythos 7 – bei kurzer Ehe gilt das Trennungsjahr nicht

Schon im letzten Mythos-Beitrag habe ich mich mit dem Trennungsjahr beschäftigt. Also bleiben wir doch gleich mal dabei und räumen mit dem nächsten Irrglauben auf.

Manchmal läuft es nicht wie geplant. Man feiert eine romantische Hochzeit, der Himmel hängt voller Geigen, aber kurze Zeit später merkt man, dass man eigentlich überhaupt nichts gemeinsam hat, dass er seine Socken immer im Flur rumliegen lässt und sie Stunden im Bad braucht. Und nach kürzester Zeit trennt man sich wieder. Ich habe es tatsächlich erlebt, dass sich ein Paar noch in der Hochzeitsnacht wieder getrennt hat, weil es erkannte, dass die Hochzeit eigentlich ein riesengroßer Fehler war.

Muss man in solch einem Fall, in dem man ja kaum von „Ehe“ sprechen kann, tatsächlich das Trennungsjahr einhalten?

Klarer Fall: ja, man muss!

Das Gesetz ist eindeutig, was das Scheitern der Ehe angeht, Ausnahmen sind nicht vorgesehen. Der Gesetzgeber hat eindeutig bestimmt, dass trotz beiderseitigem Scheidungswunsch die Scheidung erst nach einem Jahr Trennungszeit möglich ist. Selbst wenn man sich also nach paar Wochen, Tagen oder Stunden nach der Hochzeit trennt, muss man noch ein weiteres Jahr mit allen  Rechten und Pflichten verheiratet bleiben, bevor man geschieden werden kann. Wegen der Rechte und Pflichten (die vor allem finanzieller Natur sein können) empfiehlt es sich in so einem Fall vielleicht möglichst schnell, einen Ehevertrag bis zur Scheidung aufzusetzen, in dem die gegenseitigen Ansprüche ausgeschlossen werden.

 

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